Janequin-Trilogie
 
Zwischen 2016 und 2020 realisiert thélème eine Trilogie um den Französischen Komponisten Clément Janequin.
Mit dieser Trilogie möchte thélème einen neuen Blick auf den bedeutenden Komponisten der Renaissance werfen.
 
 
VOL. 3
MUTATIONS - LES CHIMERES DE CLEMENT JANEQUIN 
 
Alle Worte und alles Geschrei der Männer und Weiber, das Aufeinanderschlagen der Kämpfenden, das Dröhnen der Waffen, die Kriegsgesänge, das Wiehern der Rosse, genug, der ganze Lärm der Schlacht gefror damals. Jetzt, wo der harte Winter vorüber ist, taut das nun alles bei dem warmen, milden Wetter wieder auf und wird hörbar“. Dieser und weitere Ausschnitte aus Rabelais‘ berühmtem Romanzyklus Gargantua und Pantagruel bieten den Assoziationsraum für das jüngste Projekt des Ensemble thélème. Werken der Renaissance (die den Geist Pantagruels widerspiegeln) oder modernen, die sich auf diese Epoche beziehen, werden – oft lautmalerische – „Mutationen“ gegenüber gestellt. Für das Ensemble geht es „in erster Linie darum, den kreativen Schaffensprozess zu erkunden, der charakteristisch ist für die Renaissance. Hier werden Vorlagen, die vorhergehende Generationen – oder die Antike – hinterlassen haben, imitiert und sich zu Eigen gemacht.“ Das Ergebnis ist eine musikalische Abenteuer-Reise, die es in sich hat.
 

VOL. 2
AMOUR ET MARS - CLEMENT JANEQUIN & CLAUDE LE JEUNE
 
„Jeder Verliebte ist ein Soldat im Krieg, und Cupido hat sein eigenes Lager aufgeschlagen.“ Ovids Assoziation der Liebe mit dem Kriegerischen mag heute manchem befremdlich vorkommen, sie hat aber eine jahrhundertelange künstlerische Tradition. Besonders spannend zeigt sich das am musikalischen Übergang der Renaissance zum Barock; exemplarisch mit den beiden französischen Komponisten Clément Janequin und Claude Le Jeune. Ergänzt werden die Werke dieser beiden durch Kompositionen der französischen Zeitgenossen Nicolas Vallet, Pierre Attaingnant und Pierre Guédron. All diese Meister des 16. Jahrhunderts betonen in ihren meist vokalen Ensemblewerken mal mehr das Kriegerische, mal mehr das Amourös-Spielerische. Das Ensemble thélème, spezialisiert auf diese Epoche, entfaltet auch in seiner neuesten Produktion ein brillant dargebotenes, faszinierendes Panorama musikalischer Seelenzustände vergangener Zeiten.
 
 

VOL. 1
MOMENT MUSICAL - FRANZ SCHUBERT & CLÉMENT JANEQUIN: UNE AMITIÉ IMAGINAIRE 
 
Das Ensemble thélème zeigt überraschende Parallelen zwischen zwei Meistern ganz unterschiedlicher zeitlicher und geografischer Provenienz: Der Wiener Frühromantiker Schubert wählte zu Beginn des 19. Jahrhunderts oft ähnliche Sujets der Liebe oder Kontemplation wie sein französischer Kollege Clément Janequin fast 300 Jahre früher; es war also nicht nur die chronische Geldnot, die beide gemeinsam hatten, sondern auch ein musikalischer Gestus von ungewöhnlicher Frische. Beide Komponisten sind hauptsächlich für ihre Lieder bzw. Chansons bekannt. Auch die besonders sorgfältige Textbehandlung, die durchdachte Auswahl der Autoren und die raffinierte Vertonung der Texte mit detailliert ausgearbeiteter Begleitung sind weitere Gemeinsamkeiten. Moments Musicaux sind die Essenz dieser Lieder – das Ensemble macht in seiner sensiblen Interpretation die Epochengrenzen überwindende Seelenverwandtschaft der Komponisten spürbar.