„Puisque les ans n’ont qu’un printemps“

Janequin-Trilogie Vol. 2: Clément Janequin und Claude Le Jeune
 
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„Puisque les ans n’ont qu’un printemps“ präsentiert die Musik des 16. Jahrhunderts als eine Verbindung zwischen dem Mittelalter und der Barockzeit und hebt zwei der bedeutendsten Persönlichkeiten der Renaissance hervor: Clément Janequin und Claude Le Jeune. Das Projekt entnimmt seinen Titel dem gleichnamigen Werk Pierre Guédrons. Guédron war ein Nachfolger von Claude Le Jeune als „Komponist der Chambre du Roy“. Sein Werk „Puisque les ans n’ont qu’un printemps“ ist Teil unseres Konzertprogramms.
Besondere Beziehungen verbinden Clément Janequin und Claude Le Jeune, die beide treibende Kräfte für das musikalische und künstlerische Schaffen der Renaissance waren. Clément Janequin verabschiedet sich vom Mittelalter und prägt die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Seine Programm-Chansons (Les Cris de Paris, La Bataille, La Chasse und Le Chant des Oyseaulx) wurden in ganz Europa ediert und verbreitet. Die zweite Hälfte des Jahrhunderts ist in Frankreich von Claude Le Jeune dominiert. Dieser ebnet auch den Weg für den Beginn der Barockzeit. Aktives Mitglied der berühmten „Académie de Poésie et de Musique“, einer Gründung von Antoine de Baïf, begnügt sich Le Jeune nicht damit, die Musik durch Rückkehr zu den Prinzipien der Antike zu erneuern, sondern er beschäftigt sich auch – wie einige seiner Zeitgenossen wie Guillaume Costeley oder Anthoine de Bertrand – mit theoretischen Forschungen, die in Italien u.a. von Nicola Vicentino getätigt wurden. Er fügt sich ganz in eine französische Tradition ein, wenn er sich auch als feinfühliger Kenner seines Vorläufers Clément Janequin erweist. So fügt er zu zwei von dessen Chansons eine fünfte Stimme hinzu (Le chant de l’alouette und Le chant du rossignol) und komponiert sogar eine Fortsetzung dieser Vogel-Chansons. In Anlehnung an Janequin’s Bataille schreibt er ein Stück namens La Guerre, vergleichbar den Kriegs- und Liebes-Madrigalen Monteverdis einige Jahre später („Madrigali guerrieri et amorosi“, 8. Madrigalbuch, 1638) mit ihrer Gegenüberstellung von Mars und Venus. Mit ihren Verbindungen zu verschiedenen Akademien (La Pléiade/Pierre de Ronsard, L’Académie de Poésie et de Musique/Jean Antoine de Baïf et Thibault de Courville) und vertraut mit den Bewegungen der religiösen und humanistischen Reformatoren, sind Clément Janequin und Claude Le Jeune zwei Hauptvertreter der musikalischen Renaissance in Frankreich.
 
Pierre Attaignant (1494-1551)
Prélude
 
Clément Janequin (1485-1528)
Au joly jeu du pousse avant
O mal d’aymer
Or, vien ça
J’ay dict, j’ay faict
 
Claude Le Jeune (1530-1600)
Fuyons tous d’amour le jeu
 
Claude Le Jeune / Clément Janequin
Le chant de l’alouette
Le chant du rossignol
 
Robert Ballard (1572 ?-165. ?)
Entrée
 
Claude Le Jeune
Amour et Mars
Fantaisies pour les violes (I, II et III)
O voix, ô de nos voix le portrait sans visage
Arm’, arm’- la guerre
 
Pierre Guédron (1570-1620)
Puisque les ans n’ont qu’un printemps
 
Besetzung
Annie Dufresne, Sopran
Julien Freymuth, Altus
Lior Leibovici, Tenor
Ivo Haun, Tenor
Breno Quinderé, Bariton
Jean-Christophe Groffe, Bass und Leitung
Ziv Braha, Laute und Gambe
Alexandra Polin, Gambe
Elizabeth Rumsey, Gambe
Tore Eketorp, Gambe
Ryosuke Sakamoto, Gambe
 
Konzerte
4. Mai 2018, 20.00, Muttenz, Kirche St. Arbogast
5. Mai 2018, 20.00, Muttenz, Kirche St. Arbogast
6. Mai 2018, 11.00, Basel, Philosophicum, Druckereihalle